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Lesezeichen [ Info # QR-Code # Projekte ]Sa 18 Nov 2017 03:50:56


 Redewendungen
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April, April

Es gibt solche Monate und noch andere. Das ist bekannt. Die Jahre 199? und 200? einmal komplett ausgeklammert, gehört der April jedenfalls nicht dazu. Das ergibt sich bereits aus April, April, denn der macht ebenso wie manche Zeitgenossen, nicht nur im April, in der Tat, was er will. Mal bringt er uns gehörig zum Schwitzen, dann stimmt er uns nachdenklich, weil wir die wärmenden Socken wieder zu früh entsorgt haben. Es ist doch wirklich in jedem Jahr das Gleiche. - Und damit uns das nur nicht entgeht, gibt es dazu die Aprilscherze, die sich am 1. April über uns ergießen wie der letzte Schauer. Nun gut: Manchmal lacht man mit, auch wenn der Humor etwas eingefroren ist. Nicht nur wegen April, April. Selbst das ist klar.

Klar ist ebenso, dass es April, April plus Aprilscherz nicht erst seit gestern gibt. Das kannten schon unsere Altvorderen. Nicht nur in unseren Breitengraden, sondern weltweit. Bekannt ist er also, dieser Aprilscherz, und berüchtigt dazu. Seine Spur zieht sich durch die Geschichte wie ein Schimmelpilz. - Für manche gehört es zum lebendigen Brauchtum, leichtgläubige Familienmitglieder und andere Tröpfe mit spektakulären Geschichten, Erzählungen oder glaubwürdig vorgetragenen Informationen so richtig lustvoll hereinzulegen und hinter den Stockzähnen zu feixen. Selbst die Presse verzichtet an diesem Tag weniger als sonst darauf, ihre mit der göttlichen Gnade der Einfalt gesegneten Abonnenten in den April zu schicken.

Ein Brauch, der bis weit in das 16. Jahrhundert reicht, und die Redensart "in den April schicken" soll in Bayern wurzeln. Wen wundert's? - Selbst das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm (1854) kannte bereits den Aprilsnarr, allerdings noch nicht den Aprilscherz. Der ging diesen Brüdern dann wohl doch etwas zu weit. - Die Herkunft der Redensart "in den April schicken" liegt im Nebel, die Erklärungen häufig daneben und entpuppen sich oftmals als das, was sie zu erklären vorgeben: April, April. Und so behauptet ein jeder mit Fug und Recht, was er will. Obwohl das Wetter so naheliegend ist: Denn der April tut, was er will, die Archäologen dieser Narretei nicht minder. Mir soll es jedenfalls recht sein, ob so oder so.

* Autor: Dr. Franz-Josef Hücker; -- Quelle: das Akazienblatt Nr. 07.2009, S. 11.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 15.10.2017 um 12.43 Uhr aktualisiert.
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