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Lesezeichen [ Info # QR-Code # Publikationen ]Sa 18 Nov 2017 03:51:04


 Redewendungen
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Mit Argusaugen beobachten

Viele Menschen verfügen über Argusaugen und wissen diese offenbar klug zu nutzen: "Das IOC dürfte die Bewerbung mit Argusaugen beobachten." - "Insofern können Sie sicher sein, dass Ihre Angebetete das mit Argusaugen beobachtet, denn für sie ist das ein wesentliches Kriterium für den Fortbestand ihrer Beziehung." - "Mit Argusaugen beobachten Geologen seit Jahrzehnten den San-Andreas-Graben." - "Unter dem Eindruck des Unglücks an der Zugspitze wird man den Swiss Alpine Marathon als nächste Großveranstaltung im Gebirge mit Argusaugen beobachten." - "Mit Argusaugen beobachten" meint also, etwas unaufhörlich und unermüdlich zu beobachten, etwas zu keiner Zeit aus den Augen zu lassen.

Die Redensart "Mit Argusaugen beobachten" geht zurück auf den Hirten Argus (Riese) Panoptes (Allesseher) aus der griechischen Mythologie, der am ganzen Körper Augen hatte. Wenn ein Teil seiner 100 Augen sich durch den wohltuenden Schlaf regenerierte, war der Rest hellwach. Dieser Riese war von Hera, der eifersüchtigen Gattin des Zeus, zum Wächter der von ihr oder vom vorsichtigen Zeus in eine Kuh verwandelten Zeusgeliebten Io bestimmt worden, um Schäferstündchen zwischen Zeus und Io zu verhindern. Zeus gelang es trotzdem, in Gestalt eines Stieres mit Io zu kopulieren und Epaphos zu zeugen. Danach sandte er den Götterboten Hermes zu Argus, der Io befreien sollte. Hermes wusste aber, dass dessen Augen nichts entging. Darum schläferte er Argus mit seinem Flötenspiel ein. Danach konnte er den Riesen mit einem Felsen erschlagen und die schwangere Io entfliehen. Die 100 Augen des Argus schenkte Hermes dem Pfau als willkommene Zierde für sein üppiges Federkleid.

Wie bereits eingangs beispielhaft gezeigt werden konnte, beobachten bis in die heutige Zeit hinein immer noch sehr viele Zeitgenossen andere Menschen und Dinge mit Argusaugen und verbitten sich vermutlich dabei jegliche Flötentöne, die sie einschläfern könnten oder sollen.

* Autor: Dr. Franz-Josef Hücker; -- Quelle: das Akazienblatt Nr. 05.2011, S. 11.


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