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Lesezeichen [ Info # QR-Code # Aphorismus ]Sa 18 Nov 2017 03:36:39


 Redewendungen
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Jemandem die Daumen drücken

Meint es jemand gut mit einem anderen Menschen, sollte er ihm die Daumen drücken. Ob sich dadurch der gewünschte Erfolg einstellt, wird sich dann schon erweisen. Das Wesen der Redensart "Jemandem die Daumen drücken" ist, einem anderen Menschen gedanklich den angestrebten Erfolg bei einer Angelegenheit, bei einem Spiel, einer Prüfung zu wünschen. Und natürlich ist es möglich und keineswegs ungehörig, für sich selbst die Daumen zu drücken, und zwar ebenso wie bei anderen für Glück und gutes Gelingen.

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Die Herkunft der Redensart könnte das alte Rom sein. Dort entschied das Publikum mit dem Daumen, ob ein besiegter Gladiator getötet werden sollte oder eben nicht. Wurde der Daumen gegen die Brust gerichtet (Convertere pollicem = den Daumen drehen), bedeutete das, dass das Volk den besiegten Gladiator tot sehen wollte; sollte er verschont werden, wurde der Daumen als Begnadigungszeichen in der Faust versteckt (Premere pollicem = den Daumen drücken). Die Geste des Daumendrückens könnte auch aus dem germanischen Volksglauben stammen. Dort galten die Finger als eigenständige alpartige Wesen. Dabei kam dem Daumen als dem stärksten Finger eine besondere Bedeutung zu, der mit magischer Kraft ausgestattet war. Der Daumen symbolisierte einen Kobold, der festgehalten werden musste, um keine Probleme zu bereiten oder einen Schaden anzurichten. Das Einschlagen des Daumens sollte nach diesem Volksglauben auch vor Dämonen und Albträumen schützen. Darum galt es, den Kobold mit den anderen Fingern festzuhalten. Weiterhin ist der Daumen ein besonders starker Finger und hat eine besondere Bedeutung für die Funktionsfähigkeit der gesamten Hand. Ohne Daumen ist es kaum möglich, ein Schwert oder ein Werkzeug sinnvoll zu nutzen.

* Autor: Dr. Franz-Josef Hücker; -- Quelle: das Akazienblatt Nr. 10.2015, S. 11.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 15.10.2017 um 12.43 Uhr aktualisiert.
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