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Lesezeichen [ Info # QR-Code # Haikus ]Sa 18 Nov 2017 03:37:43


 Redewendungen
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Müßiggang ist aller Laster Anfang

Wer keine Muße kennt, lebt nicht, wissen die Sizilianer. Auch hierzulande steht Muße für Freizeit, Erholung, Beschaulichkeit. - Anders ist es mit dem "Müßiggang". Der ist, wie die Redensart betont, aller Laster Anfang. Und so finden sich dafür auch nahezu ausschließlich negative Synonyme, nämlich "Arbeitsscheu, Tagedieberei, Faulenzerei". - "Faulheit ist ins Kraut geschossene Muße", heißt es im Sprichwort. - "Junger Müßiggänger, alter Dieb."

Galt für Aristoteles "Muße ist nichts für Sklaven, sondern etwas für Götter", kam es durch die Ausrichtung des gesamten Lebens auf die Arbeit zu einer negativen Überblendung der Muße durch den Müßiggang, der in Faulheit einmündete. - "Faulheit ist der Anfang der Untugend, mit ihr beginnt der Niedergang." - Müßiggang wird als Ursache für das Böse betrachtet. Vor allem im Christentum gilt der Müßiggang, die Faulheit, sogar als eine der sieben schlechten Charaktereigenschaften. Weil diese Eigenschaften als die Wurzel zahlreicher Sünden gelten, werden sie auch als "Wurzelsünden" bezeichnet, die sogar die Todsünden nach sich ziehen können. - "Faulheit ist der Anfang der Untugend; Mit Faulheit beginnt der Niedergang."

Widerspruch und ein wenig Trost finden wir in dieser vertrackten Situation bei zahlreichen Literaten. Im "Lob der Faulheit" (1932), einem Essay von Bertrand Russell, in "Die Kunst des Müßiggangs" (1928) von Hermann Hesse, bei Friedrich Nietzsche, wenn er sagt: Die Arbeit bekomme immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: Der Hang zur Freude nenne sich bereits "Bedürfnis der Erholung" und man fange an, sich vor sich selber zu schämen. Man sei es seiner Gesundheit schuldig, so rede man, wenn man auf einer Landpartie ertappt werde. Ja, es könne bald so weit kommen, dass man einem Hange zum spazieren gehen mit Gedanken und Freunden nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgeben könne.

* Autor: Dr. Franz-Josef Hücker; -- Quelle: das Akazienblatt Nr. 10.2011, S. 11.


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