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Lesezeichen [ Info # QR-Code # Domain ]Sa 18 Nov 2017 03:50:47


 Redewendungen
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Seinen Obolus entrichten

Der griechische Obolos gelangte über das lateinische Obolus ins Deutsche und ist als sechster Teil der Drachme die kleinste aus dem antiken Griechenland stammende Münze mit einem geringen Wert. Ursprünglich bedeutete Obolos (oder Obelisk) kleiner Spieß, Bratenspieß. Sechs Obolen bildeten den Gegenwert einer Drachme (Handvoll). Später wurde die Münze durch die handlichere runde Form abgelöst. Wenn jemand "seinen Obolus entrichten" muss, handelt es sich heute in der Regel um einen geringen Geldbetrag, um ein bescheidenes Entgelt für eine Leistung, um eine Spende, ein Trinkgeld. Der Obolos hat einen Durchmesser von etwa acht Millimeter und ist in den Kreisen der Münzsammler immer noch sehr begehrt.

In der griechischen Mythologie ist der Obolos der Lohn für den Fährmann Charon, der die Toten über die Styx (Flussgöttin und Strom, der die Oberwelt von der Unterwelt trennt) an das Tor des Hades bringen soll, aus dem es keine Rückkehr gibt. Voraussetzung für die Überfahrt sind die Bestattungsriten der Oberwelt und das Entrichten des Fährlohns. Dieser wurde in Gestalt des Obolos dem Toten unter die Zunge oder zwischen die Zähne geschoben und dort von Charon als Entgelt für das Übersetzen in die Unterwelt entnommen. Verwehrte der Fährmann einem Toten die Überfahrt, weil er die Bestattungsriten nicht vollzogen hatte oder den Lohn für das Übersetzen nicht leisten konnte, war der Tote verdammt, hundert Jahre auf die Überfahrt an der Styx (Wasser des Grauens) zu warten. Der Eingang zum Hades wird von dem dreiköpfigen schlangenhaarigen Höllenhund Kerberos bewacht, der dafür sorgen muss, dass kein Lebender den Hades betreten und kein Toter ihn verlassen kann.

Wird heute jemand aufgefordert, seinen Obolus zu entrichten, hat er in der Tat die Qual der Wahl. Verweigert er sich, drohen ihm hundert Jahre am Wasser des Grauens; greift er in die Tasche und entrichtet den Obolus, erwartet ihn die ewige Glückseligkeit.

* Autor: Dr. Franz-Josef Hücker; -- Quelle: das Akazienblatt Nr. 10.2012, S. 11.


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