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Lesezeichen [ Info # QR-Code # Sitemapper ]Do 23 Nov 2017 10:04:26


 Redewendungen
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Ein Gang nach Canossa

Es gibt einiges im Leben eines Menschen, das man vermeiden möchte. Dazu zählt auf jeden Fall ein Gang nach Canossa, wie man ihn auch dreht und wendet. - Denn die Rede ist von einem als erniedrigend empfundenen Bittgang, den sich niemand wünschen kann. Und jene, die nicht wissen, um was es bei dieser Redensart geht, können dem lieben Gott dafür danken, dass er ihnen in ihrem Leben etwas wirklich außerordentlich Unangenehmes erspart hat.

Die Redensart bezieht sich auf den Bußgang des 26-jährigen deutschen Königs Heinrich IV zu Papst Gregor VII, der sich zu dieser Zeit in der norditalienischen Burg Canossa aufhielt, um die Lösung seiner Person vom Kirchenbann zu erreichen. - Ein Bußgang, der von einem Anhänger des Papstes 1077 in den Annalen beschrieben wird: "Sie krochen bald auf Händen und Füßen vorwärts, bald stützten sie sich auf die Schultern ihrer Führer; manchmal auch, wenn ihr Fuß auf dem glatten Boden ausglitt, fielen sie hin und rutschten ein ganzes Stück hinunter; schließlich gelangten sie unter großer Lebensgefahr in der Ebene an. - Hier stand er nach Ablegung der königlichen Gewänder ohne alle Abzeichen der königlichen Würde, ohne die geringste Pracht zur Schau zu stellen, barfuss und nüchtern, vom Morgen bis zum Abend. So verhielt er sich am zweiten, so am dritten Tage. Endlich am vierten Tag wurde er zu ihm (Gregor) vorgelassen und schließlich vom Bann losgesprochen." - Durch die Aufhebung des Bannes erlangte Heinrich IV seine Handlungsfreiheit zurück und hatte sein Ziel erreicht.

Auch wenn es heute nicht mehr ganz so theatralisch sein mag, wird der "Gang nach Canossa" für die Betroffenen nichts am Wesen seiner Dramatik verloren haben: "Es war wie ein Gang nach Canossa - Dirk Nonnenmacher musste heute vor dem Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft aussagen. Der Chef der angeschlagenen HSH Nordbank hat umfangreiche Schwächen des Geldinstituts in der Vergangenheit eingeräumt."

* Autor: Dr. Franz-Josef Hücker; -- Quelle: das Akazienblatt Nr. 02.2011, S. 11.


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