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Lesezeichen [ Info # QR-Code # Haikus ]Sa 18 Nov 2017 03:51:43


 Redewendungen
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Fußangeln auslegen

Die Redensart "Fußangeln auslegen" deutet auf ernsthafte Probleme hin, die Menschen oder Tiere bekommen können, sobald sie an einer strategisch ausgelegten Fußangel hängen und es für sie aus dieser schmerzhaften Falle grundsätzlich kein Entrinnen mehr geben wird.

Bei der Fußangel handelt es sich um ein Eisen mit vier 3 bis 5 Zoll langen Spitzen, von denen eine stets in die Höhe zeigt. Wegen ihres Aussehens wird sie auch als Krähenfuß bezeichnet, für den oftmals Wurfeisen oder auch Fußangel verwendet wird. Letzteres zumeist dann, wenn der Krähenfuß mit Seil oder Kette an einem Gegenstand oder einem Pflock befestigt wird. Die Fußangel galt ursprünglich als eine Defensivwaffe, die der reinen Selbstverteidigung diente und nur ausnahmsweise der Jagd. Die Spitzen der Fußangel erinnern an den Tetraeder. Einen Körper mit vier dreieckigen Seiten, bei dem stets eine seiner Spitzen nach oben gerichtet ist.

Verwendet wurden Krähenfüße besonders bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Erstmals belegt für die Schlacht von Gaugamela (331 v. Chr.). Die von der antiken Römischen Legion verwendeten Krähenfüße waren mit Widerhaken ausgestattet, die das Entfernen erschwerten. Dabei ging es besonders darum, die Pferde zu verletzen. Denn die gepanzerten Reiter (Ritter) des Mittelalters waren im Fußkampf stark eingeschränkt. Deren Rüstungen waren für den Kampf zu Pferde entwickelt, aber wegen ihres Gewichts für den Fußkampf untauglich.

Die Polizei und das Militär nutzen auch heute noch die Krähenfüße, wenn es darum geht, die Reifen eines Fahrzeugs zu beschädigen, um den Fahrer an der Weiterfahrt zu hindern. Dabei werden in der Regel Krähenfüße mit hohlen Spitzen verwendet, damit die Luft in jedem Fall aus den Fahrzeugreifen entweichen kann und der Fahrer am Weiterkommen gehindert wird.

Ganz ähnlich ist es bei der Redensart selbst. Die Redensart "Fußangeln auslegen" wurde und wird in der Regel im übertragenen Sinne verwendet, wenn der Gutgläubige oder Einfältige oder Unbedarfte in eine Falle gelockt wird, aus der es für ihn kein Entrinnen mehr geben wird. Es sei denn mit einigen beachtlichen und schmerzhaften Nachteilen. Und hinsichtlich der hausgemachten Fußangel weiß die Breslauer Zeitung (1894, Nr. 299) zu berichten: "Der gar zu feine Verstand, der alles hundertmal abwägt, ist eine Fußangel für das Handeln."

* Autor: Dr. Franz-Josef Hücker; -- Quelle: das Akazienblatt Nr. 11.2017, S. 11.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 30.10.2017 um 19.45 Uhr aktualisiert.
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